Autonome Shuttles – wenn „out of position“ zum Standardcase wird


Veröffentlicht am 28. Februar 2019


Dr. Schiefer ist zum Programmdirektor für das neue Format Auto[nom]Mobil berufen worden, das im Rahmen der renommierten carhs safety week im Vogel Convention Center in Würzburg am 16. Mai stattfinden wird.

Shuttles – das kannten wir bisher nur als auf dem Flughafen vom Parkplatz zum Terminal zirkulierenden Kleinbus der Sprinter Klasse. Also nichts Neues in Sachen Sicherheit sondern eher nur ein Personentransportgeeigneter Kombinationskraftwagen unterwegs mit Teilbeladung und moderatem Geschwindigkeitsprofil.

Und nun das – kleine autonom rollende Hutschächtelchen auf 4 Rädern – neudeutsch „autonomes Shuttle“ bezeichnet.

Doch Verniedlichung beiseite, lassen Sie uns das Tuch wegziehen: wie oft  haben wir denn zu Lebzeiten die Chance bei der Geburt einer neuen Fahrzeugklasse dabei zu sein – und nicht mehr und nicht weniger ist es – das wofür wir Sie heute begeistern wollen.

Immer öfter sehen wir sie in den Magazinen und mittlerweile kommen sie im echten Leben, an diese kleinen rollenden Menschentransportcontainer.

Und witzigerweise tritt das Automobil nach über 120 Jahren ausgerechnet in dieser Form erstmals so an wie es sein Name schon längst versprochen hat, nämlich beim „von selbst fahrenden Fahrzeug“.

Doch was tun mit diesem Unicum, werden all die fragen die sich von Berufs wegen oder auch nur Interessehalber mit dem Thema Fahrzeugsicherheit befassen. Finden wir eine Referenz zu etwas, was wir schon kennen und vielleicht sogar erforscht oder entwickelt haben. Beim Autor, der sich schon seit über 30 Jahren mit Fragestellungen und Entwicklungsaufgaben zur Fahrzeugsicherheit auseinandersetzt, sei es als Fahrzeugprojektleiter oder als Entwicklungschef, blieb die Slideshow im Kopfkino beim Stadtbus stehen.

Eigentlich sollten wir daraus Parallelschlüsse zumindest für die Insassensicherheit ziehen können, so seine erste Hoffnung. Doch es machte sich Ernüchterung breit, einfach weil verwertbare Literaturreferenzen sich als extrem dünn gesät herausstellen sollten. Auch ein schneller Blick in die Gesetzeslage zeigt ein eher dürftig bestücktes Arsenal. Also werden wir wohl eher Grundlagen schaffen müssen, als welche zu finden.

Was die Exterior Safety angeht, ist wohl die Kompatibilität die wesentliche Kompetenz, die es auszubauen gilt nach dem Motto: großer langsamer Koffer in äußerst defensiver Gangart trifft auf alles andere mit Ausnahme der schnellen Autobahnlimousine, insbesondere aber auch auf komplett unbewehrte Fußgänger. Auch hier ein Grundlagenmangel epischen Ausmaßes.

Safety Urgestein Rainer Hoffmann, mit seiner CARHs Ingenieur Ausbildungscompany bekannt geworden, saß beim Stuttgarter Simpulse Day beim Abenddiner mit dem renommierten AtTrack Chef und Fahrzeugentwickler, Dr. Ulrich W. Schiefer, der seit über 30 Jahren Gesamtfahrzeuge unterschiedlichster Couleur entwickelt, zusammen. Beide waren sich schnell darüber einig, dass man dieser Grundlagenwüste schnellstens Abhilfe schaffen müsste, am besten durch eine gemeinsame Plattform, auf der sich die mit diesen Themen befassten Ingenieure treffen und austauchen können.